Press Start: Zur falschen Zeit am richtigen Ort

The world outside is a gamespace that appears as an imperfect form of the game.

McKenzie Wark, Gamer Theory

Wow, ziemlich aussichtslos eigentlich. Ein weiterer Blog über Games. Bei all dem Überangebot. Und dazu noch in einer Zeit, in der Blogs regelmäßig für tot erklärt werden und die Blogosphäre in einer tiefen Sinnkrise steckt. Da hätte ich ja gleich einen Kanal auf Twitch oder YouTube erstellen können. Vielleicht könnte man sich noch mit einem frischen Konzept eine Nische im Podcast-Dschungel sichern. Ist ja auch eigentlich egal. Denn wie man es auch anstellt, das Ding ist, man ist ohnehin in der Regel viel zu spät dran, oder anders gesagt: zur falschen Zeit am richtigen Ort.

Meine Erfahrung im Schreiben über Spiele?

Warum also trotzdem ein Blog über Games? Naja, die Antwort ist recht simpel: Weil ich gerne über Games nachdenke und eben auch schreibe. Und das im Zweifel halt auch erstmal ohne Publikum. Wobei das mit dem Schreiben so eine Sache ist. Eigentlich müsste es vielmehr heißen: Weil ich gerne über Games nachdenke und eben auch gerne darüber schreiben möchte – und zwar schon ziemlich lange, um genau zu sein. Doch wollte ich nie ein Games-Journalist im klassischen Sinne werden. Ich habe nicht so sehr das Bedürfnis immer über aktuelle Neuerscheinungen berichten zu müssen, diese im Schnellverfahren durchzutesten und anschließend meine Erfahrungen und Gedanken dazu in die Tastatur zu hämmern. Alles bis zu „Erfahrungen und Gedanken“ würde ich gerne ausklammern.

Mein Interesse galt vor allem der Ästhetik und Kulturgeschichte von digitalen Spielen.

Meine Erfahrung im Schreiben über Spiele, Spielkulturen und allem, was damit zusammenhängt, ist nicht gerade sehr reichhaltig (dieser Blog existiert auch deshalb, um hier nach und nach Abhilfe zu schaffen). Sie reicht zurück auf das letzte Drittel meines Studiums der Medienwissenschaften. Mein Interesse galt hier vor allem der Ästhetik und Kulturgeschichte von digitalen Spielen. Ich habe also ein bisschen in den Game Studies herumgewildert, könnte man sagen – und im Prinzip durchaus großen Gefallen daran gefunden. Das Problem war nur, dass ich keinen großen Gefallen am Wissenschaftsbetrieb hatte. Genauer gesagt, an die in und um diesen Betrieb herum deponierten Hürden, die eine akademische Laufbahn gegen Bezahlung zum Zwecke der Existenzsicherung mitunter erschweren, wenn nicht gar verhindern können.

Ganz eigene Herangehensweise

Ich glaube auch nicht, dass das Medium Blog wirklich tot ist. Tot ist der Blog als digitales Tagebuch. Das wurde schon lange durch Social Media ersetzt. Aber ein Blog hat meines Erachtens auch heute noch seine Daseinsberechtigung. Eben als eine Art digitales Magazin mit Fachartikeln zu einem bestimmten Thema. Er ist Schreibwerkzeug und Medium in einem und damit, wie gesagt, für mich genau der richtige Ort. Und da ich nun keinen klassischen Spieleblog mit Previews und Reviews und dergleichen anstrebe, sondern meine ganz eigene Herangehensweise an Games habe, ist ein Blog möglicherweise doch nicht ganz verkehrt. Und der Podcast kann ja auch noch kommen, who knows?

So vielseitig wie das Angebot an digitalen Spielformen, so unterschiedlich auch die Auseinandersetzung damit.

Digitale Spiele sind faszinierende Gegenstände für das ästhetische Erleben und die prägendste Kulturform unserer Zeit. Mit ihrer gegenwärtigen Ausdifferenzierung verbinden sich ganz unterschiedliche Praktiken und soziale Gebilde, die auch Rückschlüsse auf unsere spätkapitalistische Gesellschaftsordnung zulassen und umgekehrt. So vielseitig wie das Angebot an und der Umgang mit digitalen Spielformen ist, so unterschiedlich kann auch die Auseinandersetzung damit sein. Daher liegt jetzt das Projekt Ludoskop vor mir. Ein Projekt, dem ich mich in meiner „Freizeit“ = Nichtlohnarbeitszeit widmen werde. Mal sehen, wie gut das klappt. Ich bin jedenfalls gespannt und zuversichtlich. Und ihr Leser:innen, die ihr gerade nur in meinem Geiste existiert, sicherlich auch (es hilft, wenn man sich das immer wieder einredet).

In diesem Sinne wünsche ich euch und mir viel Spaß mit dem hier präsentierten Content. Lasst uns gemeinsam mit Controller, Maus & Tastatur im Anschlag die Aspekte des Mediums besprechen und mit kritischem Blick verschiedene Facetten des Gamespace ausloten. Let’s begin, shall we? Press start!

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